Home
Pfalz
Hambacher Fest
Oldtimerschlepper
Kerwe Hambach
Kirrweiler
Weinbau
Weinlagen:
Weinrecht
Rebsorten
- Regent
- Phoenix
Natur
Pfälzisches Recht
Recht im Alltag
Latein im Recht
Lachende Justitia
Kolumnen
Familie
Jugend
Schule
Schulrecht
Gesundheit
Kultur+Freizeit
Gesellschaft
Philosophisches
Wussten Sie, dass...
Auto+Verkehr
Basketball
Nützliche Links
Kontakt
Gästebuch

13 Weinanbaugebiete - Güteklassen deutscher Weine - Geschmacksrichtungen des Weines (trocken, halbtrocken, lieblich, süß)  - Weinsteuer - Qualitätsschaumwein (Sekt) - Schaumweinsteuer

 

13 Weinanbaugebiete

In den 13 deutschen Weinanbaugebieten mit insgesamt 100.000 ha Rebfläche werden 10 Millionen hl (1 Milliarde Liter) Wein jährlich erzeugt. Das sind nur etwa 4% der Weltproduktion.

Die 13 Weinanbaugebiete sind in insgesamt 39 Bereiche, 167 Großlagen und 2658 Einzellagen unterteilt.

Sechs Weinanbaugebiete liegen in Rheinland-Pfalz: Mosel-Saar-Ruwer, Pfalz, Rheinhessen, Ahr, Mittelrhein und Nahe. Außerhalb von Rheinland-Pfalz liegen die Anbaugebiete Baden, Württemberg, Franken, Hessische Bergstraße, Rheingau, Saale-Unstrut und Sachsen.

Die Weinbaugebiete sind in der Europäischen Union in 7 Weinbauzonen eingeteilt (A, B, C1a, C1b, C2, C3a und C3b). Alle deutschen Weinbaugebiete gehören zur Zone A bis auf Baden, das der Weinbauzone B angehört.

Anbaugebiet Pfalz (bis 1992 Rheinpfalz)

Im südlichsten Teil von Rheinland-Pfalz gelegen, erstreckt sich das Weinbaugebiet Pfalz in der oberrheinischen Tiefebene über ca. 80 km entlang dem Naturpark Pfälzerwald. Der Wein ist die Seele der Pfalz. Mit einer Rebfläche von 23.500 ha mit über 100 Millionen Rebstöcken ist die Pfalz das zweitgrößte Anbaugebiet Deutschlands. Damit steht auf jeder vierten Flasche Wein "Pfalz" auf dem Etikett.

Das Gebiet gliedert sich in 2 Bereiche. Der Bereich Mittelhaardt-Deutsche Weinstraße (10.800 ha) beginnt im Norden an der rheinhessischen Grenze und erstreckt sich über das Zellertal, Grünstadt und Bad Dürkheim bis nach Neustadt/Weinstraße. Es schließt sich der Bereich Südliche Weinstraße (12.700 ha) an. Hier führt der Weg über Edenkoben, Landau, Bad Bergzabern nach Süden an die französische Grenze.

Das Weinbaugebiet ist in 26 Großlagen und 323 Einzellagen gegliedert.

1800 Sonnenstunden pro Jahr sind die besten Voraussetzungen für einen guten Wein. Die Weinberge befinden sich in einer Höhenlage zwischen 100 und 350 m ü. NN. Knapp 90 % der Weinberge haben eine Hangneigung unter 10 %, nur sehr wenige Flächen sind über 20 % geneigt.

In der Pfalz dominieren bei Weitem noch die Weißweinsorten, doch verzeichnen die Rotweinsorten zur Zeit einen rasanten Anstieg. Dornfelder, Spätburgunder sowie die pilzresistente Neuzüchtung Regent holen mächtig auf.

Von den 4753 weinbautreibenden Betrieben in der Pfalz (Weinbauerhebung 1999) wirtschaften ca. 40 % im Haupterwerb. Diese bearbeiten drei Viertel der pfälzischen Anbaufläche. Etwa 10 % der pfälzischen Anbaufläche wird nach den Richtlinien des kontrolliert umweltschonenden Weinbaues und des ökologischen Weinbaues bewirtschaftet. In den vergangenen Jahren ernteten die pfälzischen Winzer jährlich zwischen 180 und 270 Millionen Liter Wein. Eine Besonderheit in der Pfalz sind die "Straußwirtschaften", in denen der eigene Wein ausgeschenkt wird und kleinere Mahlzeiten serviert werden. Diese haben ihren Namen daher, dass früher am Eingang ein Blumenstrauß angebracht war, wenn die Wirtschaft geöffnet hatte.

Mosel (bis Oktober 2007 "Mosel-Saar-Ruwer")

Der Weinbau an der Mosel, der Saar und der Ruwer wurde 1909 zum bestimmten Anbaugebiet "Mosel-Saar-Ruwer" zusammengefasst. Es ist das viertgrößte Anbaugebiet und zählt neben der Pfalz zu den renommiertesten Weinbauregionen Deutschlands. Das Gebiete erstreckt sich entlang der Mosel von der Grenze des Saarlandes zu Frankreich bis nach Koblenz. Die Strecke des Flusslaufs beträgt 242,5 km. Nach Luftlinie liegen die Weinbaugemeinden lediglich 135 km voneinander entfernt. An der Saar wird Weinbau vor allem am Unterlauf des Flusses - von Serrig bis Konz - und in einem Seitental der Saar, dem sog. Konzer Tälchen, betrieben. An der Ruwer wird Wein ebenfalls nur am Unterlauf des Flusses angebaut. Weinberge finden sich hier auf einer Strecke von etwa 10 km von Waldrach bis Trier-Ruwer.

Im Jahr 1926 kam es angesichts der Einführung einer Weinsteuer und der sich anschließenden zunehmenden Unzufriedenheit der Winzer mit der preußischen Wirtschaftspolitik zum Bernkasteler Winzeraufstand, in dessen Verlauf mehrere Bernkasteler Verwaltungsgebäude verwüstet wurden.

Mit derzeit 9.086 ha Rebfläche (2003 waren es noch 9.300; 2002: 9700 und 2001 betrug die Rebfläche 10.300 ha) ist Mosel-Saar-Ruwer trotz erheblicher Verringerung immer noch das viertgrößte deutsche Anbaugebiet. Es setzt sich aus den  sechs Bereichen: Burg Cochem,  Bernkastel,  Saar, Ruwer, Obermosel und Moseltor, die weiter in 19 Großlagen und 524 Einzellagen unterteilt sind.

Von 1933 bis 1987 war der Rotweinanbau im Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer gesetzlich verboten. Seit 1987 dürfen an der Mosel auch Rotweine wie Spätburgunder, Dornfelder etc. angebaut werden.

5258 Winzer (Durchschnittliche Betriebsgröße: 1,7 ha) bewirtschaften etwa 70 Millionen Rebstöcke an Mosel, Saar und Ruwer. 2005 produzierten die Moselwinzer 850.000 Hektoliter Wein, davon knapp 70.000 hl Rotwein. Fast die Hälfte der Reben wächst auf Hängen aus Schiefergestein mit einer Steigung von mehr als 30 Prozent (3.600 ha Steillagen). Steigungen von 50 und 60 Prozent sind keine Seltenheit. Der steilste Weinberg der Welt liegt an der Mosel: der Bremmer Calmont mit 68 Prozent Steigung.

Rheinhessen

Im Viereck zwischen Bingen, Mainz, Alzey und Worms liegt, das benachbarte Weinbaugebiet Rheinhessen. Das linksrheinische Gebiet zwischen Mainz, Worms und Bingen ist eine der traditionsreichsten Weinregionen Deutschlands. Schon die Römer haben hier Wein angebaut, und auch die älteste Urkunde über eine deutsche Weinbergslage betrifft eine Lage in Rheinhessen, nämlich die »Glöck« im weltberühmten Nierstein.

Mit knapp 26.200 ha ist Rheinhessen das größte Weinanbaugebiet Deutschlands. Es ist eingeteilt in 3 Bereiche (Bingen, Nierstein und Wonnegau) mit jeweils 24 Groß- und 432 Einzellagen.

In normalen Jahren werden von den rund 6.000 rheinhessischen Winzern über zwei Millionen Hektoliter Wein produziert. Der Rotweinanteil liegt hier schon fast bei einem Drittel der Anbaufläche.

 

Güteklassen deutscher Weine

Es werden folgende Güteklassen und Qualitätsstufen unterschieden:

1. Deutscher Tafelwein (F: Vin de table / I: Vino da tavola) muss ausschließlich aus in Deutschland angebauten Trauben stammen und bei der Lese ein Mindestmostgewicht von 44 Grad Oechsle aufweisen. Der Gesamtalkohol des Tafelweines darf 8,5% nicht unterschreiten. Tafelweine, die im Anbaugebiet Pfalz geerntet werden, tragen die Bezeichnung des festgelegten Tafelweingebietes "Rhein-Mosel", Untergebiet "Rhein".

2. Deutscher Landwein (F: Vin de pays / I: Vino tipico)muss aus einem der 20 zugelassenen Landweingebiet, die nicht identisch sind mit den Anbaugebieten, stammen und das Landweingebiet muss auf dem Etikett angegeben sein (z.B. Pfälzer Landwein, Landwein der Mosel, Ahrtaler Landwein). Das Mostgewicht des Landweins, der stets trocken oder zumindest halbtrocken ist, muss 48 Grad Oechsle aufweisen (4 Grad über dem Tafelwein).

3. Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (QbA):

Qualitätsweine müssen bei Ernte weit höhere Mostgewichte bei der Ernte aufweisen, als Tafel- und Landweine. Die Trauben müssen zu 100 % aus nur einem der 13 Anbaugebiete stammen. Als Qualitätswein dürfen nur Weine mit amtlicher Prüfnummer (AP-Nr. auf Etikett ersichtlich) bezeichnet werden.

4. Prädikatswein:

Als Prädikate sind festgelegt: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein (unter minus 7 Grad gelesen und in gefrorenem Zustand gekeltert).

5. Classic und Selection:

Seit dem Weinjahrgang 2002 sind in Deutschland auch die Profil-Weinbezeichnungen Classic und Selection zugelassen, die für trockene, gebietestypische Weine Verwendung finden.

a) Classic wird nur aus einer strengen Auswahl "gebietstypischer" Rebsorten hergestellt, wobei das Mostgewicht 8 Grad Oechsle über den für QbA vorgeschriebenen Mindestwerten liegen muss. Der Gesamtalkoholgehalt des Weines darf nicht unter 12 % Vol. (Ausnahme Mosel-Saar-Ruwer = 11,5%) und der Restzuckergehalt darf maximal 15 Gramm pro Liter betragen.

Als "gebietstypische" Rebsorten wurden für Classic festgelegt:

Pfalz: Riesling, Grauer Burgunder, Weißer Burgunder, Rivaner, Dornfelder und Spätburgunder.

Mosel-Saar-Ruwer: Riesling, Elbling, Rivaner, Weißer Burgunder und Grauer Burgunder.

b) Selection muss aus gebietstypischen Trauben einer Einzellage (z.B. Venninger Doktor) hergestellt werden und bei der Lese ein Mindestmostgewicht von 90 Grad Oechsle aufweisen. Die Lese muss per Hand erfolgen, ein Vollernter ist hier nicht zugelassen. Der Hektarertrag darf 60 hl nicht überschreiten, der Restzuckergehalt muss unter 12 Gramm pro Liter liegen. Eine Selection darf erst ab dem 1. September des Folgejahres in den Verkehr gebracht werden.  

Als "Gebietstypische" Rebsorten für Selection wurden festgelegt:

Pfalz: Chardonnay (gebietstypisch??), Gewürztraminer, Grauburgunder, Rieslaner, Riesling, Weißburgunder, Saint Laurent (unglaublich!!), Spätburgunder und Schwarzriesling.

Mosel-Saar-Ruwer: Nur Riesling, sonst keine!! weitere Rebsorte.

 

Geschmacksrichtungen deutscher Weine

Die vier eindeutig festgelegten Geschmacksrichtungen, die den Süßungsgrad deutscher Weine definieren, sind trocken, halbtrocken, lieblich und süß:

a) Trocken sind grundsätzlich Weine, die einen Restzuckergehalt von maximal 4 Gramm pro Liter aufweisen. Ein Wein der bis zu 9 Gramm Restzucker aufweist, darf -sofern der Gesamtsäuregehalt unter 7 Gramm pro Liter liegt, ebenfalls als trocken bezeichnet werden. Der Restzucker muss stets 2 Gramm/l über der Säure/l liegen. (Beispiel: 8 Gramm/l Restzucker mit 6 Gramm/l Gesamtsäure = trocken).

b) Halbtrocken ist ein Wein, der maximal 12 Gramm Restzucker pro Liter enthält. Bis zu 18 Gramm Restzucker sind erlaubt, wenn der Restzucker nicht mehr als 10 Gramm pro Liter über dem Gesamtsäuregehalt liegt (ein halbtrockener Wein mit 18 Gramm/l Restzucker darf beispielsweise höchstens 8 Gramm/l Gesamtsäure enthalten, einem Restzucker von 15 Gramm/l darf nur ein Gesamtsäuregehalt von 5 Gramm/l gegenüberstehen).

c) Lieblich sind Weine, die einen Restzuckergehalt von mehr als 12 und bis 45 Gramm/l Restzucker enthalten.

d) Süß ist die Bezeichnung für Weine, deren Restzuckergehalt über 45 Gramm pro Liter liegt.

Weinsteuer

Stillwein wird in Deutschland nicht besteuert. Für Wein ist in Deutschland ein "Nullsteursatz" festgesetzt, im Gegensatz zu Schaumwein, der mit 136 Euro pro Hektoliter besteuert wird (1,02 Euro je 0,75 l-Flasche, s.u.).

Die Nichtbesteuerung von Wein ist für das Bundesland Rheinland-Pfalz, in dem zwei Drittel des deutschen Weines produziert werden, besonders bedeutsam.

 

Schaumweinsteuer

Die Schaumweinsteuer (auch Sektsteuer genannt) ist eine Bundessteuer. Das Steueraufkommen dieser Verbrauchsteuer beläuft sich auf jährlich 500 Millionen Euro. Bei handelsüblichem Sekt beträgt die Sektsteuer 136 Euro je Hektoliter (=100 Liter), also 1,02 Euro je 0,75l Flasche (§ 2 SchaumWStG).

Die Schaumweinsteuer wurde 1902 von Kaiser Wilhelm II. zur Finanzierung des Nord-Ostsee-Kanals (ursprünglicher Name bis 1948 "Kaiser-Wilhelm-Kanal") eingeführt. Die Grundsteinlegung des Kanals erfolgte 1887 durch Wilhelm I., 1895 wurde der 67 m breite und 9 m tiefe Kanal von Kaiser Wilhelm II. eröffnet. Die Baukosten beliefen sich auf 156 Mio. Goldmark (Währung des deutschen Kaiserreiches). Von 1907-1914 erfolgte der erste Ausbau, die Breite wurde auf 102 m erhöht un die Tiefe auf 11 m. Der Ausbau kostete wiederum 242 Mio. Goldmark und war damit noch teurer als der Neubau 1895.

Die Schaumweinsteuer wurde 1933 zwar abgeschafft, aber 1939 in Form eines Kriegszuschlages -diesmal zur Entwicklung der U-Boot-Flotte-wieder eingeführt und nach 1949 auch beibehalten.

Die Schaumweinsteuer ist das Paradebeispiel einer Steuer, die zu einem bestimmten Zweck eingeführt wurde.

Österreich hat im Jahr 2005 den Schaumweinsteuersatz auf Null gesenkt. In Deutschland bestehen wenig Aussichten, dass diesem Beispiel gefolgt wird, angesichts leerer Staatskassen und winkender Einnahmen in Höhe von fast 500 Millionen Euro jährlich.